Vision Bewegungsstall / Aktivstall

Uns ist es ein grosses Anliegen, dass die Pferde möglichst artgerecht gehalten werden. Wir haben uns sehr intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt und möchten unsere Vision (Traum) von der Erweiterung des Stalles zu einem Aktivstalles verfolgen.

Da es Pferde gibt, die nicht in eine Gruppenhaltung integriert werden können oder die Besitzer es nicht wollen, werden wir auch in Zukunft zusätzlich zum Bewegungsstall / Aktivstall ca. sieben Auslaufboxen anbieten. 

Warum wir die Umsetzung des  Bewegungsstall / Aktivstall weiter verfolgen:

Die heute übliche Pferdehaltung (Boxen, Auslaufboxen) deckt nur einen geringen Teil der Grundbedürfnisse der Pferde. Mit der Aktivstallhaltung kann auf die Grundbedürfnisse sehr gut und individuell eingegangen werden.

Sehen wir uns einmal die Grundbedürfnisse der Pferde an:

Lauftier

Bedürfnis: Dass es nicht optimal ist, sein Pferd einmal täglich zu reiten, ist längst bekannt.  Aber auch mit täglichem Weidegang, Auslaufboxen oder Paddocks ist es alleine nicht getan. Denn zur ausreichenden Bewegung braucht es Anreize. Schließlich legt das Pferd in freier Wildbahn nicht grundlos täglich bis zu 30 km zurück.  Etwa 16 Stunden am Tag, vorwiegend im gemächlichem Schritt. 

Umsetzung im Aktivstall: Möglichst weit auseinander liegende Bewegungsanreize, wie Futterautomaten und verschiedene Funktionsbereiche, lassen das Pferd, über den Tag verteilt, stetig in Bewegung bleiben. Strukturierte Flächen, verschiedene Bodenbeläge und kleine Extras laden zum Entdecken ein und bieten mentale Anregung. Ausdauer und Konstitution werden trainiert und das Pferd gewinnt merklich an Ausgeglichenheit.

lauftier

Dauerfresser

Bedürfnis: Pferde haben ständig Appetit. Der kleine Magen der Pferde macht eine möglichst häufige Futteraufnahme in kleinen Portionen notwendig. Lange Fresszeiten sorgen für Beschäftigung und befriedigen das Kaubedürfnis. Dabei sollte das Pferd in der natürlichen Fresshaltung, mit Kopf am Boden, das Futter aufnehmen können.  Wildpferde haben einen nahezu stündlichen Fressrhythmus.

Umsetzung im Aktivstall: Computergestützte Rau- und Zusatzfutterstationen gewährleisten eine  Fütterung bis zu 24 Mal am Tag. Mittels Transponder werden die Pferde an den jeweiligen Stationen erkannt und  können ihre individuelle Futterration selbstständig abrufen. Dabei nehmen sie ihr Futter in der natürlichen Fresshaltung auf. Die Gefahr einer Kolik verringert sich in einem Aktivstall erheblich.

dauerfresser

Herdentier

Bedürfnis: Pferde brauchen Freunde. In freier Wildbahn leben die Tiere in differenziert zusammengesetzten Familiengruppen und schliessen innige Freundschaften. Soziale Interaktionen sind lebenswichtig. Nur durch den Kontakt zu seinen Artgenossen bleibt das Pferd seelisch stabil, was ebenso der Gesundheit des Pferdes dient.

Umsetzung im Aktivstall: Die Gross- und Kleinpferde leben in einer Gruppe. Zur Integration wird kein Pferd einfach in die Gruppe hinein gestellt, sondern darf sich - mittels angrenzender Integrationsbox inkl. Paddock - ganz in Ruhe an seine neuen Kollegen gewöhnen. Die grosszügigen Funktionsbereiche, die durch möglichst lange Wege voneinander getrennt sind, gewähren den Pferden ausserdem ihre Individualabstände. Ein Separationsbereich, mit Unterstellung und freier Heuaufnahme, bietet dem berechtigten Pferd ferner die Möglichkeit sich etwas aus der Gruppe zurück zu nehmen. Egal wie: mögen die Pferde eng beieinander bleiben oder möchten sie sich mal aus den Weg gehen –  hier haben sie die Möglichkeit selbst zu wählen.

 

dauerfresser

Wächter

Bedürfnis: Pferde verfügen als Fluchttier über hochsensible Sinnesorgane. Zur Kontrolle des Umfeldes schauen sie gerne in die Ferne und schärfen so ihre Sinne. Diese müssen auch besonders aktiv sein, schützen sie doch das Pferd, als unbewaffnetes Fluchttier, vor drohender Gefahr. 

Umsetzung im Aktivstall:  Mit einem Rundweg über das Hofgelände wird unser Aktivgelände so konzipiert, dass die Pferde schauen und erkunden können. Die Pferde stehen nicht in einer Ecke des Hofes, sondern sind über ihren Aktiv-Rundweg im Hofgelände integriert.  365 Tage im Jahr. Direkt an das Aktivgelände angrenzend befindet sich die Weide. Lässt es die Witterung zu, werden diese den Aktivbereich der Pferde erweitern. 

 

dauerfresser

Klimawiderständler und Frischlufter

Bedürfnis: Pferde sind keine Tiere die in der Natur in dunklen Höhlen wohnen. Standorte, die Kaltluftseen und stehende Luft begünstigen, sind für die Pferdehaltung ausserdem wenig geeignet. Pferde kommen aus der baumlosen Steppe, in der sich Wind und Wetter stetig abwechseln.  Dies trainiert den gesamten Organismus und stärkt die Abwehrkräfte. Sonnenlicht trägt zu einem gesunden Stoffwechsel bei und steuert den Biorhythmus des Pferdes. Selbst extreme Klimaschwankungen und Temperaturstürze von 30 bis 40 Grad verkraften Pferde gut. Könnten Pferde wählen, würden sie am liebsten an Kur-Luftorten leben, denn die hochleistungsfähige Pferdelunge verträgt  Staub und Bakterien nur schlecht.

Umsetzung im Aktivstall: In unserer geplanten Aktivanlage befinden sich die Pferde immer im Wechsel zwischen geschützten Bereichen (z. B. Ruheraum  und Futterstationen) sowie ungeschützten Bereichen (z. B. Auslauffläche und angrenzende Weide). Hier haben die Pferde stets die Möglichkeit selbst zu wählen. Im Aussenbereich ist ein günstiger und für Pferde so wichtiger Luftaustausch möglich. Abgerundet wird die Aktivanlage mit einem frischluftigem Ruheraum.

 

dauerfresser

Vorteile:

Für das Pferd:

  • Deckung der Grundbedürfnisse
  • Sozialkontakt
  • Licht und frische Luft
  • ständige Bewegung
  • gesunde Fütterung (kleine Portionen, dafür häufiger)

Für den Anlagehalter:

  • Flexible Arbeitszeiten
  • reduzierter Arbeitsaufwand
  • bessere Futterverwertung
  • einfache Kontrolle

Für den Reiter:

  • Ausgeglichene, gesunde und leistungsbereite Pferde
  • Pferd steht immer zur Verfügung (keine Überfüllung Magen/Darm)

Nachteile:

Für das Pferd:

  • Es gibt Pferde, die sich nicht in die Gruppe integrieren
    (Für solche Pferde werden wir auch in Zukunft ca. sieben Auslaufboxen anbieten)

Für den Anlagehalter:

  • Hohe Investitionskosten
  • Grosser Platzbedarf

Für den Reiter:

  • Höhere Verletzungsgefahr des Pferdes